Säuling (2.047m): Spannende Gipfeltour mit Klettersteig

Abwechslungsreiche Kletter- und Wanderung auf 2.047 m Säuling. Obwohl wir uns recht beeilen, kommen wir beim Abstieg vom Säulingshaus einem für Nachmittag angekündigten Gewitter unangenehm nahe.

Streckenverlauf Säuling

  • 13,8 gut ausgeschilderte Kilometer
  • 1230 Höhenmeter geht’s bergauf
  • Auf der Tour kommst du an zwei nicht mehr ganz stabil aussehenden Leitern vorbei sowie an einem kleinen Klettersteig.

Anreise zum Start der Tour

Säulinggebiet ist Neuschwansteingebiet. Das nervt bei der Parkplatzsuche, erleichtert aber definitiv die Anfahrt – wär ja auch fatal, wenn wir Touris unsere Königsschlösser nicht finden würden. Nach Hohenschwangau ist die Ausschilderung 1a. Wir parken auf einem der vielen Parkplätze im Ort. Wer nichts zahlen will, stellt sein Auto schon auf der Straße vor Schwangau ab.

Wege zum Säuling abseits vom Strom

An der asphaltierten Straße entlang marschieren wir inmitten des Touristenstroms, vorbei am Schlosshotel Lisl Richtung Neuschwanstein. Unser erstes Etappenziel ist die Bushaltestelle „Jugend“ oberhalb vom Schloss. Gut, dass der Weg so breit ist, denn es gibt sehr viele Neuschwanstein-Begeisterte auf dieser Welt. Aber viele Wege führen zur „Jugend“ und wer es ruhiger mag, biegt entweder

  • rechts in eine breite – und steile – Forststraße ein, auf die uns der beschilderte Weg zum Säuling sowieso führen würde
  • bleibt noch ein wenig länger bei den Neuschwansteinern, bis wiederum rechts ein schmaler Pfad bergauf in den Wald hineinführt. Auf verschlungenen Wegen führt der uns über ein Bächle wieder zu einer breiten Straße viel weiter oben, dann sind es nur noch wenige Meter bergauf, und die Bushaltestelle kommt in Sicht.

Hier geht rechts ein breiter Forstweg Richtung Säuling / Pilgerschrofen ab, hinauf und um die Kurve und wieder hinauf geht es. Die Bäume lassen sich hin und wieder dazu herab, uns einen spektakulären Blick auf die Allgäuer Seenlandschaft und Schloss Neuschwanstein zu gewähren.

Außer uns sind noch drei weitere Wandergruppen unterwegs. Wir überholen sie, sie überholen uns, ich fühle mich seltsam geborgen, als würde ich in ein er entspannten Autokolonne zwischen Bekannten mitfahren.

Bald schon erscheint vor uns eine senkrechte Wand von einem Berg, abweisend und verdammt hoch wirkt sie: Der Säuling, so wirkt es, hat null Bock, bestiegen zu werden.

Abenteuerpfad zur Wildsulzhütte

Die Straße beglückt uns in einer Linkskurve mit einer idyllischen Wiese, Löwenzahn drängt sich zwischen vereinzelte Baumgrüppchen, eingerahmt wird die Wald- und- Wiesenromantik von dem mächtigen Bergmassiv des Säulings.

Ab hier beginnt der Pfad auf den Säuling interessant zu werden.

Der Wegweiser schickt uns auf einen Trampelpfad in den Wald hinein. Ganz nach meinem Geschmack, schraubt er sich über Wurzeln, Steine und umgekippte Bäume einen schmalen Steig empor, wir müssen bald auf unsere Schritte achten und nur hin und wieder blicken wir in den Abgrund neben uns und denken: Krass, was für ein Abenteuer.

Der Weg führt uns zu einer ebenso schönen Wiese weiter oben, eine Holzhütte steht hier, die „Wildsulzhütte“ (1.420 m). Bei unserer Rundtour auf den Gipfel treffen hier Auf- und Abstieg zusammen. Auch, weil für den Nachmittag Gewitter angesagt sind, wählen wir die direkte Route hinauf und gehen recht zügig bergauf.

Ab jetzt wird der Weg gemein steil und die Aussicht atemberaubend. Wir erklimmen eine Geländekante nach der anderen und immer ist der Blick schöner als bei der vorigen. Hinunterschauen wird ein bisschen zur Mutprobe.

Die Bergtour auf den Säuling bringt viele schöne Ausblicke

Über ein paar der Felsen müssen wir klettern, die ausgesetzten Stellen sind aber alle mit einem Drahtseil gut gesichert. Nichts davon ist dramatisch, aber mit Höhenangst sieht das, glaube ich, anders aus.

So keuchen und kraxeln und kämpfen wir uns Meter um Meter die Nordflanke des Säulings hinauf, bis wir endlich, endlich eine Wiese auf dem Sattel unterm Gipfel erreichen. Bis jetzt waren wir alleine unterwegs, hier oben aber ist die Hölle los. Ein ganzer Pulk Menschen zieht Richtung Gipfelkreuz weiter oben und wir schließen uns ihnen an.

Sattel unterhalb des Gipfels auf der Säuling Bergtour

Zum Gipfel des Säulings

Auf dem Gipfelkamm, wenige Meter vor unserem Ziel wird uns kurz mulmig. Es geht in wirklich jede Richtung steil hinunter und der Kamm ist nur wenige Meter breit. Sehr elegant wirkt es nicht, wie wir uns da Richtung Gipfelkreuz bewegen („kriechen“ könnte man auch sagen :)).

Dort angekommen, sind wir erst einmal gekommen um zu bleiben – (auch, weil wir nicht den Kamm zurückwollen), aber die wärmenden Sonnenstrahlen und die Aussicht und unsere Brotzeit sind auch einfach zu herrlich). Wir sehen die Ammergauer-, Allgäuer- und Lechtaler Alpen, sehen Zugspitze und Lech und die Seen um Füssen herum. Kurz: Wir sehen sehr viel zu lange.

Zurück im Donnergrollen

Auf dem gleichen Weg geht es zurück zum Sattel zurück. Jetzt wagen wir uns an den Steig hinab in Richtung Säulingshütte. Wir sind beide keine Klettersteigprofis, aber diese Kraxelei kam uns sehr gut machbar vor. Nur konzentrieren muss man sich – und das unentwegt.

Nach dem Steig gehen wir recht munter, bis wir in der Ferne auf einmal ein dumpfes Rumpeln vernehmen. Es klingt zunächst, als habe sich der Himmel verschluckt.

Ein Donner? Ein Donner! Aber er droht uns nur, spielt den Soundtrack zu unserem Abstieg, richtig nah kommt er uns nie. Über uns die Baumgrenze, immer geht es durch lockere Wäldchen und Geröllfelder um das Gipfelmassiv herum und über uns grollt der Himmel.

Gewitter in der Ferne

Im Nachhinein muss ich sagen: Das Gewitter hat uns beschwingt, war aufregend und hat dem Ausflug eine Würze gegeben, die er nicht gebraucht hätte, die ihn aber veredelt hat. Hätte es uns aber oben erwischt, sähe die Sache anders aus.

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