Herbstwanderung Teufelstättenkopf und Pürschling

Ehrlich gesagt, ich hätte vor dieser Wanderung nicht gedacht, dass meine Tour auf Pürschling und Teufelstättenkopf Eingang in meinen Blog findet. Ein bisschen langweilig klang das, was ich im Internet über die Wandertour gelesen hatte. Hatte ich mich geirrt!

Die Tour über den Teufelstättenkopf auf den Pürschling hat fast alles, was ich mir für eine Herbstwanderung nur wünschen kann: Abenteuer, tiefe Blicke, weite Blicke, spannende Tritte, einen Grat, eine Klamm, bunt gefärbte Wälder, ein bisschen Kraxelei… ihr merkt, ich bin begeistert.

Lasst euch also kurz mitnehmen auf Pürschling und Teufelstättenkopf. Statt vier Stunden Gehzeit dauert das hier auch nur ein paar Minuten ?

Strecke

  • 870 Höhenmeter
  • überwiegend Forstwege
  • ansonsten gut begehbarer, leichter Steg
  • Anstieg zum Gipfel des Teufelstättenkopfs über Kletterstelle

Anfahrt

Oberaberüberoberammergau…

..wir aber wollen, von Norden über die B17 kommend, nach Unterammergau. Der Parkplatz „Pürschling“ ist dann am Ortsende von der B23 aus direkt angeschrieben.

Die Schleifmühlenklamm

Schon wenige Meter vom Parkplatz entfernt begrüßt mich ein fröhlich gurgelnder Bach, der mich auf meinem Kiesweg begleitet. Das Bachli lockt immer wieder durch kleine Kiesbänke zum Verweilen, und weil ich ihn in der Klamm noch nicht gesehen habe, bin ich bereits hier hin und weg. Keine Ahnung, vllt. bin ich auch einfach zu lang keinem Bach mehr begegnet

Bis zur Klamm sind es nur rund zehn Minuten, und Tafeln am Wegesrand informieren über Sinn und Zweck der Mühlengebeäude, die verlassen am Wegesrand stehen (Jeden zweiten Samstag im Monat von Mai bis September könnt ihr euch übrigens durch die Wetzsteinmühle führen lassen).

Herbstwanderung durch die Schleifmühlenklamm
Schmale Pfade über gurgelnder Klamm – und ausnahmsweise (fast) kein anderer Mensch in Sicht.

Die Klamm selbst ist gefüllt mit großartigen Ausblicken und leider auch großfußigen Menschen. Ein schmaler Steg führt über Wasserfälle, Brücken und Gumpen nach oben, immer wieder kommt man direkt ans Ufer und kann auf „Tuchfühlung“ mit dem Wasser gehen. Viel zu schnell bin ich aus der Klamm wieder draußen, wobei es hier so viele schöne Plätze für ein Bierchen oder ein Picknick gibt, dass man auch Stunden drin verbringen könnte.

An sonnigen Wander-Samstagen muss man sich in der Schleifmühlenklamm aber auf wirklich viele Menschen einstellen.

Einer von vielen Wasserfällen in der Schleifmühlenklamm
Einer von vielen: Wasserfall in der Schleifmühlenklamm im Herbstlicht.

Auf Forstwegen zu den Kühalmen

Nach der Klamm beginnen die Forstwege. Ich mag Forstwege nicht besonders, aber auf dieser Wanderung habe ich mich etwas mit ihnen versöhnt. Obwohl die Blätter nur vereinzelt gelb, rot und orange gefärbt sind, wirkt die Landschaft wie in ein goldenes Licht getaucht. Über große Kehren führt mich der Forstweg weiter nach oben und immer, wenn wir den Bach queren, erlauben uns die Bäume einen tollen Blick hinunter ins Voralpenland.

Über den Grat zu Teufelstättenkopf (1.758 m) und Pürschling (1.566 m)

Irgendwann nerven mich die breiten Wege und ich beginne zu rasen… also, das bedeutet: Ich geh für meine Verhältnisse recht zügig und komm voll außer Puste ? und wie das so ist in den Alpen überholt mich bald darauf leichtfüßig ein alter Mann. Auf dem Foto seht ihr ihn so, wie ich 80 Prozent der Zeit gesehen hab – von hinten.

Herbstwanderung auf den Pürschling Abzweigung zum Teufelstaettenkopf
Abzweigung zur Gratwanderung auf den Teufelstättenkopf

Interessanter vielleicht: Rechts von dem Mann beginnt der Steig, der mich steil nach oben und dann auf den Grat führen wird.

Der Aufstieg auf den Teufelstättenkopf ist eine lange Gratwanderung, die auch durchaus auf dem Grat noch bergauf führt. Ich liebe jede einzelne Minute davon.

Auf und ab wandern wir den Grat entlang.
Gratwandern am Teufelstättenkopf oben

Ein dickes Drahtseil hilft über die letzten Meter bis zum Gipfel hinweg. An manchen Stellen ist der Fels durch die vielen Schuhe glatt wie Marmor. Hoch kommt man trotzdem ohne größere Schwierigkeiten.

Nach dem Gipfel gehts linkerhand zum Albert-Schuster-Haus beim Pürschlinggipfel, das ich schon weit von oben sehen. Durch sanfte Wiesen und ein Herbstlaub wandere ich hinunter zu Radler und Kuchen.

Hier beginnt wieder die Forststraße und es wird voll ?. Weil die bunten Bäume dem Auge was bieten, wo im Sommer nur lange Forststraße wäre, bin ich dennoch recht versöhnt. Eine wunderschöne Wanderung für den Herbst!

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