Über die Burgruine Falkenstein zum Alatsee

Abwechlungsreiche Rundtour am oder mit Blick aufs Wasser, dazwischen die Burgruine Falkenstein und ein Gang am Zirmgrat entlang – aber leider auch diese omnipräsenten, langweiligen breiten Forstwege.

Strecke

  • 12,8 gut ausgeschilderte Kilometer im stetigen auf und ab.
  • 807 Höhenmeter
  • Keuchfaktor 40%
  • Aussicht: 70%

Anfahrt

Schon die Fahrt von Augsburg über Füssen zum Parkplatz am Freibad Weißensee wirkt wie einem CSU-Werbeprospekt für Bayern entsprungen. Links schmiegen sich die Königsschlösser an die Bergflanke, rechts muhen glückliche (ich hoffe doch) Kühe, und die Straße windet sich durch kleine Dörfchen ohne Farbahnmarkierung.

Um zum Parkplatz beim Freibad zu gelangen, durchfahren wir den Ort „Weißensee“ und erreichen unser Ziel im Folge-Örtchen „See“. Schön, dass es einen Ort gibt, der so heißt, oder?

Zur Burgruine Falkenstein

Unsere Strecke hinauf zur Ruine beginnt ganz zahm: Zuerst geht es den Rundweg um den See entlang, landschaftlich ein Knaller. Gelb blühen  uns die Löwenzahnwiesen an, die Gipfel, die sich am See entlang aufreihen, taucht ein leichter Nebelschleier in verwaschenes Blau.

Wanderung zur Burgruine Falkenstein am Weißensee entlang

Viel zu schnell gelangen wir an die Abzweigung in Richtung Roßmoss und damit zu unserem ersten, kleinen Anstieg – und zur Straße. Knapp sieben trostlose Minuten führt uns ein geteerter Radweg entlang der B 310, dann macht er eine Biegung und wir stehen auf einmal mitten im Örtchen Roßmoss.

Passend zum Namen des Örtchens werden wir von einigen sehr interessierten Pferden begrüßt, die in ihrem Gehirn die Verbindung „Wanderer = Futtertime“ hergestellt haben.

Die Burgruine Falkenstein ist ab hier gut ausgeschildert und schnell lösen blühende Weiden und Wiesen die vereinzelten Häuser ab.

EIn Ross in Rossmoos auf dem Weg vom weißensee
Ein Ross in Roßmoos will was von uns 🙂

Und dann, ja dann kommt der Wald. Unser romantischer Wiesenweg verwandelt sich in einen breiten Forstweg mit abgeholzten Bäumen rechts und links, wie es tausende in Deutschland gibt. Aber wir kommen gut voran (und hinauf) und hier und da erhaschen wir durch die Bäume hindurch einen Blick auf die umliegenden Hügel.

Zum Glück zweigt von unserer „Fußgängerautobahn“ bald links ein verheißungsvoll aussehender Waldpfad ab, (ein weiterer Weg an dieser Kreuzung führt zur Salober Alm, aber wir folgen erst einmal der Beschilderung Richtung Burgruine Falkenstein). Schmall und steinig, führt er uns um große Felsbrocken herum in die Höhe Richtung Ruine.

Weiter oben belohnt uns ein fantastischer Blick, rechts ein Tal, links ein Tal und geradeaus „unser“ Bergrücken. Auch das Ruinchen (von hier sieht es tatsächlich eher aus, als bräuchte man die Verniedlichungsform), unser erstes Etappenziel, können wir erspähen.

Erster Blick auf die Burgruine Falkenstein bei der Wanderung von Füssen aus
Da wollen wir hoch… Burgruine Falkenstein

Auf der Burgruine Falkenstein

Der Ausblick begleitet uns den weiteren Weg hinauf und als wir unsere Ellenbogen auf dem alten Mauerwerk platzieren, das König Ludwig II einst in sein Refugium verwandeln wollte, sehen wir die vollen 360 ° in die Ferne. Auf der alten Burgmauer den Ausblick zu genießen ist gar nicht schwer, alles mit Treppen begehbar, man muss nicht hochklettern oder so.

Oben ist auch eine sehr coole alte Dame, mindestens 80 Jahre alt, steht sie in voller Wandermontur da und bittet jemanden, mit ihrem Samsung Smartphone Fotos von ihr zu machen. So möchte ich auch sein, wenn ich alt bin.

Blick von der Burgruine Falkenstein ins Tal
Blick von der Burgruine Falkenstein ins Tal

Die Mariengrotte

Von der Ruine geht es runter zum Hotel (ja, direkt auf dem Weg zur Burguine gibts ein Hotel, Besucher können mit dem Auto quasi direkt vor die alten Steinhäufle fahren, die mal das Burgtor waren aber wir nehmen euch mit auf „the pretty way“, deshalb wieder: Gedanklich raus aus dem Auto, rein in so einen müden Körper mit langsam schmerzenden Füßen :)).  Unser Weg führt uns in Serpentinen bis zur Mariengrotte. Mariengrotte, denke ich zuerst, das klingt ein bisschen lahm, aber wenn du unten stehst vor dieser mehreren hundert Meter hohen, senkrechten Felswand inklusive Höhle, ist das schon beeindruckend.

Einen Moment halte ich inne, starre nach oben und komme mir klein vor. Dann geht es auf zur Etappe zwei:

Über den Zirmgrat zur Salober Alm

Den liebgewonnenen Waldpfad geht es zurück, und diesmal in Richtung Salober Alm. Bald schon verengt sich der Bergrücken, auf dem wir laufen, der Wald lichtet sich und wir blicken rechts und links hinab in die Tiefe – der „Zirmgrat“ lässt grüßen.

Eine Weile gehen wir auf dem Grat, klettern müssen wir (leider) nicht, dennoch: Der Grat ist eine der tollsten Teilabschnitte der Wanderung für uns. Ein Flirt mit dem Abgrund :). Aber der Blick ins Vier-Seen-Land ist atemberaubend:

Ausblick hinter der Burgruine Falkenstein

Dann steil hinab durch den Wald, wieder einen Abgrund entlang bis zur Salober Alm, wo uns der Hunger auf die Gasthausterasse hinein- und der Blick auf die Preise schnell wieder hinaustreibt. Bestimmt servieren sie für 7,50 Euro schon ein krass tolles Käsebrot, aber unser Geldbeutel lässt das einfach nicht zu.

Rückweg am Wasser

Begleitet vom Bimmeln der Kuhglocken steigen wir zum Alatsee hinunter, auf einmal stehen wir vor ihm und sind ganz überrascht. Gut, ein See, sagt ihr jetzt, Wasser und Fische und Pflanzen und fertig, aber wie der Alatsee in seiner dunkelgrünen Pracht so daliegt, eingerahmt von teilweise noch schneebedeckten Gipfeln, das ist einfach schön.

Der Schluss ist nur noch Fleißarbeit für die Beine. Dann sind wir auch schon wieder bei unserem treu wartenden Skoda.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.